Einführung: Nebensätze als Ergänzung (Komplementsätze)

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Zu vielen Verben kann man anstelle eines Nominativs, Akkusativs oder einer Präpositionalergänzung einen Nebensatz ergänzen.

Der Nebensatz ergänzt dann statt einer Person oder einer Sache eine Aktion. Diese Möglichkeit ist von der Bedeutung des Verbs abhängig.

Beispiel: sehen – dass-Satz als Akkusativergänzung
sehen (Person): Ich sehe einen Mann. [sehen + Akkusativ]
sehen (Sache): Ich sehe einen Baum. [sehen + Akkusativ]
sehen (Aktion): Ich sehe, dass mein Nachbar im Garten arbeitet. [sehen + dass]

Nebensätze, die anstelle einer Nominativ-, Akkusativ- oder Präpositionalergänzung eines Hauptsatzes stehen, heißen Komplementsätze.

Im Unterschied zu subordinierten Nebensätzen ist der Hauptsatz ohne den Komplementsatz unvollständig.

Beispiel: subordinierter Nebensatz mit weil
vollständiger Hauptsatz: Ich kaufe ein Buch.
+ Nebensatz (weil): Ich kaufe ein Buch, weil ich für die Prüfung lernen muss.

Beispiel: Komplementsatz mit dass
unvollständiger Hauptsatz: Ich sehe (..)
+ Nebensatz (dass): Ich sehe, dass mein Nachbar im Garten arbeitet.

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Sowohl in subordinierten Nebensätzen als auch in Komplementsätzen steht das Verb am Ende. Zu den Komplementsätzen gehören dass-Sätze als Ergänzungssätze, Infinitivsätze mit zu und Indirekte Fragesätze.

Auch Sätze mit wenn, können Komplementsätze sein: Sätze mit wenn als Ergänzungssätze. Diese sollte man aber nicht mit den subordinierten Nebensätzen mit wenn verwechseln. (s. Konditionale Satzverbindung: wenn, falls, sofern, bei  und Temporale Satzverbindung (I): wenn, als, dabei, bei.)

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