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Das Verb lassen

Das Verb lassen kann als Vollverb und ähnlich wie ein Modalverb mit einem zweiten Verb im Infinitiv verwendet werden. Die Bedeutung von lassen ändert sich entsprechend. Sich lassen dient in der 3. Person auch als Passiversatzform.

Beispiele: lassen
Vollverb = „nicht mehr tun“: Ich lasse das Rauchen. (=Ich rauche nicht mehr.)
modalverbähnlich (1) = „veranlassen“: Ich lasse mein Fahrrad reparieren.
modalverbähnlich (2) = „erlauben“: Die Mutter lässt die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen.
Passiversatzform sich lassen (3. Person) = können (+ Passiv): Das Auto lässt sich reparieren. (= Das Auto kann repariert werden.)

Beachte: In der Bedeutung „veranlassen“ kann lassen auch reflexiv verwendet werden.

Beispiel:
nicht reflexiv: Die Eltern lassen das Kind operieren.
reflexiv: Mein Großvater lässt sich operieren.

Diese reflexive Verwendung muss man von der Passiversatzform unterscheiden.

Beispiele:
modalverbähnlich reflexiv: Mein Großvater lässt sich operieren.
(Bedeutung: Mein Großvater veranlasst, dass er operiert wird.)
Passiversatz: Der Tumor lässt sich operieren.
(Bedeutung: Der Tumor kann operiert werden./Es ist möglich, den Tumor zu operieren.)

Übrigens: Die reflexive Verwendung unterscheidet lassen von echten Modalverben, die nicht reflexiv verwendet werden können.

Die Perfektbildung von lassen

Das Perfekt des Vollverbs lassen wird mit dem Hilfsverb haben und dem Partizip II gebildet. Bei allen anderen Verwendungen benützt man den Infinitiv des ersten Verbs und den Infinitiv von lassen. („zweimal Infinitiv“)

Perfekt von lassen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (lassen)/Partizip II (lassen)

Beispiele: Präsens – Perfekt von lassen
Vollverb: Ich lasse das Rauchen. – Ich habe das Rauchen gelassen.
modalverbähnlich (1): Ich lasse mein Fahrrad reparieren. Ich habe mein Fahrrad reparieren lassen.
modalverbähnlich (2): Die Mutter lässt die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen. – Die Mutter hat die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen lassen.
Passiversatzform: Das Auto lässt sich reparieren. – Das Auto hat sich reparieren lassen.

In der gesprochenen Sprache verbreitet sich die Verwendung des Partizips II, wenn lassen wie ein Modalverb verwendet wird, allerdings nicht bei allen Verben.

Beispiel: Perfekt von lassen
Präsens: Das Kind lässt die Teller fallen.
Perfekt: Das Kind hat die Teller fallen lassen. / Das Kind hat die Teller fallen gelassen.

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Comments on this entry are closed.

  • RaWu 25. April 2017, 10:11

    Ich habe einen Frage zu folgendem Satz, der mMn. wie folgt korrekt ist:
    „Danke, dass du uns daran hast teilhaben lassen.“

    Zwei weitere Varianten klingen für mich auch nicht falsch aber sind sie auch korrekt?
    – „Danke, dass du uns daran teilhaben hast lassen.“
    – „Danke, dass du uns daran teilhaben lassen hast.“

    • Uli Mattmüller 25. April 2017, 14:08

      Sprachliche Korrektheit ist ja in gewisser Weise immer relativ. Die Regel (aus dem Duden) lautet umgangssprachlich formuliert ungefähr so: „(Das Hilfsverb) haben steht vor den beiden Infinitiven“.

      Ich möchte aber mal behaupten, dass diese Regel auch vielen bzw. den meisten Muttersprachlern nicht wirklich geläufig ist und deshalb das Hilfsverb mehr oder weniger spontan irgendwo platziert wird und deshalb auch alle Varianten als mehr oder weniger korrekt empfunden werden. Der Muttersprachler lässt sich ja gerne vom Gefühl leiten. 😉

      Ob man das dann als korrekt oder nicht bewertet, hängt davon ab, wie rigide man mit solche (präskriptiven) Regeln umgeht ..

  • Jakub 16. Dezember 2016, 02:27

    Eine Frage zwar zum Wortschatz, gehoert aber wohl trotzdem hierher, naemlich diese Phrase:

    Lass mal lassen.
    Was bedeutet/stellt diese vor?

    Noch der Originaltext hier: http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/lass-mal-lassen/1033137

    Vielen Dank im Voraus
    Gruess

    • Uli Mattmüller 16. Dezember 2016, 10:57

      Netter Text, den ich jetzt hier nicht vollständig interpretieren kann, aber er spielt mit den beiden (gegensätzlichen) Bedeutungen von lassen (s.o.): „Lass mal (etwas tun)“, also der Aufforderung etwas zu machen und „lassen“ (etwas nicht tun).