Die indirekte Rede – Ersetzungsregel

Die Ersetzungsregel für die indirekte Rede besagt, dass die Konjunktiv-I-Formen folgendermaßen ersetzt werden:

1. Die Formen des Konjunktivs I, die mit Formen des Indikativs Präsens identisch sind, werden durch die Konjunktiv-II-Form ersetzt.

2. Die Formen des Konjunktivs II, die mit dem Indikativ des Präteritums identisch sind, werden durch die Konjunktiv-II-Form mit würde ersetzt.

Beispiel: fragen
Präsens: ich frage
Konjunktiv 1: ich frage (=Präsens)
Präteritum: ich fragte
Konjunktiv 2; ich fragte (=Präteritum)
Konjunktiv 2 mit würde: ich würde fragen

Beispiele: fahren
Präsens: ich fahre
Konjunktiv 1: ich fahre (=Präsens)
Präteritum: ich fuhr
Konjunktiv 2: ich führe
Konjunktiv 2 würde: ich würde fahren


Wenn die Konjunktiv-I-Form nicht mit dem Präsens Indikativ identisch ist, findet keine Ersetzung statt. Das trifft immer auf die Formen der 1. und 3. Person Singular des Konjunktivs I zu.

Beispiel: fragen
Präsens: er fragt
Konjunktiv 1: er frage

Beispiele: fahren
Präsens: ich fahre
Konjunktiv 1: er fahre

Die Konjunktiv-Form mit würde gilt bei Modalverben als umständlich und es wird empfohlen, diese Formen zu vermeiden, auch wenn Konjunktiv II und Präteritum identisch sind.

Beispiel: wollen
Präsens: wir wollen
Konjunktiv 1: wir wollen (=Präsens)
Präteritum: wir wollten
Konjunktiv 2; wir wollten (=Präteritum)
Konjunktiv 2 mit würde: (wir würden wollen)

Zur Anwendung der Ersetzungsregel

In der gesprochenen Sprache spielt diese Ersetzungsregel keine Rolle. Auch in den Medien findet sie immer weniger Anwendung. Heute kann man beim Gebrauch der Formen in der indirekten Rede oft keine Systematik mehr erkennen, so dass man alle möglichen Konjunktiv- und Indikativformen findet. Trotzdem wird die Anwendung dieser Regel in manchen Sprachprüfungen noch verlangt.

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