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Subjektive Bedeutung der Modalverben (I): Vermutung

Subjektive Modalverben zum Ausdruck einer Vermutung

Zum Ausdruck einer Vermutung kann man die Modalverben müssen, können, dürfen und mögen sowie teilweise die Formen des Konjunktivs II und die Negation dieser Modalverben benutzen.

Der Grad der Sicherheit des Sprechers über das Zutreffen seiner Vermutung nimmt von müssen („ganz sicher“) bis nicht können („unmöglich“) ab.

Beispiel:
Er muss bald kommen. (= Ich bin ganz sicher, dass er bald kommt.)
Er müsste bald kommen.
Er dürfte bald kommen.
Er kann bald kommen.
Er könnte bald kommen.
Er mag bald kommen.*
Er dürfte nicht mehr kommen.
Er kann nicht mehr kommen. (= Ich bin ganz sicher, dass er nicht mehr kommt.)

Umschreibungen für subjektive Modalverben zum Ausdruck einer Vermutung

Die subjektive Bedeutung der Modalverben lässt sich Mithilfe von Adverbien wie sicher, (sehr) wahrscheinlich, vielleicht, u.ä. umschreiben.

Beispiel: Modalverb müssen
Vermutung mit Modalverb: Er muss bald kommen.
Umschreibung: Ich bin sicher, dass er bald kommt.

Beispiel: Modalverb müssen (Konjunktiv)
Vermutung mit Modalverb: Er müsste bald kommen.
Umschreibung: Sehr wahrscheinlich kommt er bald.

Beispiel: Modalverb dürfen (Konjunktiv)
Vermutung mit Modalverb: Er dürfte bald kommen.
Umschreibung: Wahrscheinlich kommt er bald.

Beispiel: Modalverb können
Vermutung mit Modalverb: Er kann bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Beispiel: Modalverb können (Konjunktiv)
Vermutung mit Modalverb: Er könnte bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Beispiel: Modalverb mögen*
Vermutung mit Modalverb: Er mag bald kommen.
Umschreibung: Vielleicht kommt er bald.

Beispiel: Modalverb nicht dürfen (Konjunktiv)
Vermutung mit Modalverb: Er dürfte nicht mehr kommen.
Umschreibung: Er kommt wahrscheinlich nicht mehr.

Beispiel: Modalverb nicht können
Vermutung mit Modalverb: Er kann nicht mehr kommen.
Umschreibung: Ich bin sicher, dass er nicht mehr kommt.

Die Wahl des Konjunktivs bzw. der Negation ist festgelegt und nicht bei jedem Modalverb möglich.

*Der Gebrauch von mögen ist in der gesprochenen Sprache selten.

Weitere Beispiele

Beispiele. subjektive Modalverbn zur Vermutung
Morgen könnte es regnen.
(=Es ist möglich, dass es morgen regnet.)
Der Chef muss gleich wieder da sein.
(=Ich bin sicher, dass der Chef gleich wieder da ist.)
Der neue Flughafen in Berlin dürfte Ende des Jahres eröffnet werden.
(=Wahrscheinlich wird der neue Flughafen in Berlin Ende des Jahres eröffnet.

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Comments on this entry are closed.

  • Michał 8. Februar 2017, 17:42

    Hallo, wie ist der Unterschied zwischen
    Wie kann das passiert sein?
    Wie hat das passieren können?
    Wie konnte das passieren?

    • Uli Mattmüller 12. Februar 2017, 17:15

      Wie kann das passiert sein? (subjektiv Vergangenheit)
      Wie hat das passieren können? (objektiv Perfekt)
      Wie konnte das passieren? (objektiv Präteritum)