Zustandsreflexiv und nicht reflexive Varianten

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Zustandsreflexiv

Einige reflexive Verben  haben eine adjektivische Variante, die mit dem Verb sein und Partizip II gebildet wird. Diese Variante wird auch als Zustandsreflexiv bezeichnet.

Beispiel: reflexiv – Zustandsreflexiv
reflexiv: Peter verliebt sich in Anna.
Zustandsreflexiv: Peter ist in Anna verliebt.

Bei reflexiven Verben mit Präposition kann sich dabei die Präposition ändern.

Beispiel: reflexiv – Zustandsreflexiv
reflexiv: Ich interessiere mich für Politik.
Zustandsreflexiv: Ich bin interessiert an Politik.

Zu manchen reflexiven Verben gibt es ein Verb mit Präfix, das der Bedeutung des Zustandsreflexivs entspricht.

Beispiel: reflexiv – Zustandsreflexiv
reflexiv: Ich interessiere mich für Politik.
Zustandsreflexiv: Ich bin interessiert an Politik.*

Zustandsreflexiv vs. nicht reflexive Variante

Reflexive Verben können keine passive Verbform bilden. Einige reflexive Verben haben aber eine nicht reflexive Variante, die an die Passivkonstruktion normaler Verben erinnert, bei der ebenfalls Subjekt und Objekt vertauscht werden.

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Vergleiche:
reflexives Verb – nicht reflexive Variante
Ich interessiere mich für Politik – Politik interessiert mich.
normales Verb aktiv – normales Verb passiv
Er macht Politik – Politik wird von ihm gemacht.

Beachte die Veränderung der Präposition: sich interessieren für – interessiert sein an

Übersicht: reflexive Verben, Zustandsreflexiv und nicht reflexive Varianten

Beispiel: sich interessieren
reflexives Verb: Ich interessiere mich für Politik.
Zustandsreflexiv: Ich bin interessiert an Politik.
nicht reflexive Variante: Politik interessiert mich.

Beispiel: sich freuen
reflexives Verb: Ich freue mich über seinen Brief.
Zustandsreflexiv: Ich bin erfreut über seinen Brief.
nicht reflexive Variante: Sein Brief freut mich.

Beispiel: sich wundern
reflexives Verb: Er wundert sich über ihr Verhalten.
Zustandsreflexiv: Er ist verwundert über ihr Verhalten.
nicht reflexive Variante: Ihr Verhalten wundert ihn.

Beispiel: sich ärgern
reflexives Verb: Ich ärgere mich über meinen Nachbarn.
Zustandsreflexiv: Ich bin verärgert über meinen Nachbarn.
nicht reflexive Variante: Mein Nachbar ärgert mich.

Beispiel: sich beschäftigen
reflexives Verb: Ich ärgere mich mit meiner Diplomarbeit.
Zustandsreflexiv: Ich bin mit meiner Diplomarbeit beschäftigt.
nicht reflexive Variante: Meine Diplomarbeit beschäftigt mich.

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In allen Varianten hat das Verb die gleiche Bedeutung. Das System ist aber nicht immer vollständig. Bei manchen Verben fehlt eine Varianten.

Beispiel: sich stören an
reflexives Verb: Mein Großvater stört sich an dem Lärm.
Zustandsreflexiv: —
nicht reflexive Variante: Der Lärm der Kinder stört meinen Großvater.

Beispiel: sich kümmern um
reflexives Verb: Er kümmert sich nicht um seine Kinder.
Zustandsreflexiv: —
nicht reflexive Variante: Seine Kinder kümmern ihn nicht.

Beispiel: sich erholen
reflexives Verb: Ich erhole mich.
Zustandsreflexiv: Ich bin erholt.
nicht reflexive Variante: —

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