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Die Position des Verbs

Die Grundposition (=Position 2)

In der Grundposition eines Aussagesatzes und einer W-Frage steht der Nominativ in Position 1 und das Verb in Position 2.

Beispiel: Grundposition
Nominativ – Verb
Ich – schlafe.
Wer – schläft?

Wenn es weitere Ergänzungen gibt, stehen diese nach dem Verb.

Beispiel: weitere Ergänzungen nach dem Verb
Nominativ – Verb – weitere Ergänzungen
Ich – kaufe – ein Buch (Akkusativ).
Ich – helfe – dir (Dativ).
Ich – warte – auf dich (Präpositionalergänzung).

Die Satzklammer

Das Verb bildet zusammen mit trennbaren Präfixen, Hilfsverben, Modalverben und festen Präpositionen die so genannte Satzklammer. Das bedeutet, dass das erste Verb bzw. der erste Teil des Verbs in Position 2 steht, das zweite Verb bzw. der zweite Teil des Verbs am Ende des Satzes.

Beispiele: Satzklammer
trennbare Verben: Peter räumt sein Zimmer morgen auf.
Modalverben: Peter muss sein Zimmer morgen aufräumen.
Verben mit fester Präposition: Ich warte morgen an der Bushaltestelle auf dich.
Verbformen mit Hilfsverb
Perfekt: Peter hat sein Zimmer gestern aufgeräumt.
Futur I: Peter wird sein Zimmer morgen aufräumen.
Passiv: Das Zimmer wird von Peter aufgeräumt.
Konjunktiv II: Peter würde gern sein Zimmer aufräumen.

Das Verb in Position 3

Bei der Satzverbindung mit den Verbindungswörtern aber, denn und, sondern, oder steht das Verb in Position 3.

a(ber) – d(enn) – u(nd) – s(ondern) – o(der)
a-d-u-s-o = Verb in Position 3

Beispiel:
aber: Ich möchte in Urlaub fahren, aber ich habe keine Geld.
denn: Er kommt heute nicht zur Arbeit, denn er ist krank.
und: Er kommt aus Italien und sie kommt aus der Schweiz.
sondern: Sie kommt nicht aus der Schweiz sondern sie kommt aus Österreich.
oder: Er fährt im Urlaub nach Italien oder er bleibt zu Hause.

Anmerkung: Gelegentlich wird auch gesagt, dass diese Verbindungswörter in der „Position 0“ stehen. Das bedeutet, dass man sie nicht als Position im Satz zählt.

Das ist ein theoretischer Trick, denn dann steht das Verb in der normalen Position 2. 😉

Das Verb am Ende des Satzes

In Nebensätzen steht das Verb am Ende.

Beispiel: kausaler Nebensatz
Er kommt heute nicht, weil er krank ist.
Weil er krank ist, kommt er heute nicht.

Zu den Nebensätzen gehören Komplementsätze (z. B. dass-Sätze), Attributsätze (z. B. Relativsätze) und adverbiale Nebensätze (z B. kausale Nebensätze). Bei vielen Nebensätzen ist eine Umstellung von Haupt- und Nebensatz möglich, aber das Verb bleibt im Nebensatz immer in Endposition. (Näheres zu den Nebensätzen siehe in den jeweiligen Kapiteln.)

Das Verb in Position 1

Zum Verb in Position 1 siehe: Das Verb in Position 1

Zurück zum Kapitel: Die Wortposition
Zum Inhaltsverzeichnis – Deutsche Grammatik 2.0



Comments on this entry are closed.

  • Jorge Carrasco Fuentes 6. Mai 2017, 02:42

    Ich hatte eine komplette Tabelle für Satzklammern. Zum Beispiel:
    Vorfeld – Verb1 – Subjetkt – Angaben – Ergänzung – Verb 2.

    Das ist die Einfachste. Gibt es ein Modell für A1 – A2?

    Danke im Voraus!

    • Uli Mattmüller 7. Mai 2017, 12:30

      Ich habe das leider nicht. ..

  • Gabriela 8. Juni 2015, 16:58

    Ich hätte eine Frage: bei der Fragestellung mit Verben, die den Dativ verlangen, wieso kommt der Dativ noch vor dem Subjekt? zB: GEFÄLLT DIR DER ROCK? Hier ist das Subjekt an dritter Stelle, zuerst das Verb, dann die Dativergänzung, dann das Subjekt. Anders, wenn das Subjekt ein Pronomen ist: GEFÄLLT ER DIR? Wie ist die dazugehörige Grammatikregel? Und gilt das für alle Verben mit Dativergänzungen?

    • Uli Mattmüller 9. Juni 2015, 15:53

      Das ist doch die Regel! 🙂

      • Annette Hansen 27. August 2015, 20:42

        Ach, das ist die Regel? In welchen Fällen genau steht das Subjekt nach dem Dativobjekt? Immer bei „gefallen“? Gibt es noch mehr Fälle, in denen das so ist?
        (Eiliges Durchblättern des Grammatikdudens ergab erstmal nicht.)

      • Uli Mattmüller 1. September 2015, 10:04

        Meine Antwort oben bezog sich auf die Stellung von nominalen vs. pronominalen Ergänzungen, die ja auch bei AKK/Dat die Positionen tauschen. Zu zahlreichen anderen Wortstellungsphänomenen im Deutschen traue ich mir aber keine allgemeinen Aussagen zu, da diese häufig durch Topikalität, o.ä. bestimmt werden. …