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Duden Podcast Folge 62 – „Schlagen, treten, beißen“

Der Gebrauch des Dativs und des Akkusativs als Verbergänzungen bringt viele Deutschlerner an den Rand des Wahnsinns. Um die Verwirrung auf den Gipfel zu treiben ;-), solltet ihr euch die Folge 62 des Podcasts der Duden-Sprachberatung anhören, der den Gebrauch von Dativ und Akkusativ bei den Verben schlagen, treten, beißen und schneiden beschreibt:

Duden
Podcast

Bevor ihr verzweifelt, solltet ihr aber daran denken, dass die Duden-Sprachberatung sich mit Problemen beschäftigt, die (auch) Muttersprachler mit der deutschen Sprache haben….

Zum Nachdenken noch mal die wichtigsten Beispiele aus dem Duden-Podcast (Die Sätze in Klammer habe ich zum besseren Verständnis ergänzt):

Beispiele: beißen
Der Hund hat mich ins Bein gebissen.
Der Hund hat mir ins Bein gebissen.
Der Hund hat mich gebissen.
Ich habe mir auf die Lippe gebissen.

Beispiele: treten
Ich trete ihn ans Schienbein.
Ich trete ihm ans Scheinbein.
Ich trete ihn.
Ich trete ihm

Beispiele: schlagen
Er schlug mir auf die Schulter.
Er schlug mich auf die Schulter. (seltener)
(Er schlug mich.)
Die Zweige schlagen ihm gegen die Beine.

Beispiele: schneiden
Die Friseurin hat ihr aus Versehen ins Ohr geschnitten.
Die Friseurin hat sie aus Versehen ins Ohr geschnitten. (seltener)
(Die Friseurin hat sie aus Versehen geschnitten.)
Die Kälte schneidet mir ins Gesicht.

Alles Klar??? ;-)

Leserfrage: „Welche Grammatikform ist das: ‚kann geschmuggelt worden sein‘?“

In einem Kommentar zum Kapitel Modalverben hat mir Andre eine interessante Frage gestellt:

Hallo!
Ich brauche Hilfe!
Ich lese gerade “Anne Frank Tagebuch”…auf Deutsch hatte ich noch nicht gelesen (meine Muttersprache ist portugiesisch).
Es gibt einen Satz, den ich gut verstehe, aber dessen grammatikalische Struktur ich nicht gut verstehe.Es geht um Passiv der Modalverben, glaube ich.
So lautet der Satz:
Der Brief kann geschmuggelt worden sein.
Wo finde ich andere Beispiele wie dieser Satz?Was für eine Form ist das?
Also, vielen Dank im Voraus!
André

Na, wisst ihr die Antwort? Ich vermute eher nicht … ;-). Wenn ihr es wissen wollt, könnt ihr meine Antwort an Andre und/oder das Kapitel Subjektive Modalverben – Zeitformen lesen.

Welche Fragen meiner Leser ich schon beantwortet habe, könnt ihr hier erfahren:

Leserfragen – Deutsche Grammatik 2.0

Leserfrage: Gibt es einen Unterschied zwischen Relativsätzen und weiterführenden Relativsätzen?

Die Frage, ob es einen Unterschied zwischen weiterführenden Relativsätzen und „normalen“ Relativsätzen gibt, wurde mir von einer Leserin per Email gestellt.

Zunächst einmal sind natürlich alles Relativsätze, das sagt ja schon der Name. Auf der anderen Seite muss es zumindest einen kleinen Unterschied geben, sonst würde man weiterführenden Relativsätzen ja keinen speziellen Namen geben.

Relativsätze

Der Unterschied besteht darin, dass sich „normale“ Relativsätze auf ein Nomen (Substantiv), das sogenannte Bezugsnomen beziehen. Normale Relativsätze sind also ein Attribut zum Bezugsnomen.

Beispiel: Relativsatz – Bezugswort
Das ist der Mann, der neben mir wohnt.

Weiterführende Relativsätze

Weiterführende Relativsätze beziehen sich auf einen vorhergehenden ganzen Satz, nicht auf ein einzelnes Bezugsnomen.

Deshalb sind weiterführende Relativsätze keine Attributsätze. Deswegen habe ich sie in meiner Grammatik auch als „nicht-attributive“ Relativsätze bezeichnet. Und das ist der Unterschied zu den normalen Relativsätzen.

Beispiel: weiterführender Relativsatz – Bezugssatz
Meine Großmutter hat einen armen Mann geheiratet, was ihr Vater nie verstanden hat.

Mehr zu nicht-attributiven (weiterführenden) Relativsätzen:

nicht-attributive Relativsätze

Zur Hauptseite des Kapitels Relativsätze:

Der Relativsatz

Welche Fragen meiner Leser ich sonst noch beantwortet habe, könnt ihr hier erfahren:

Leserfragen – Deutsche Grammatik 2.0