Die Umformung von direkter in indirekte Rede (II)

E-Book-Paket Deutsche Grammatik 2.0 zum Sonderpreis [hier klicken]

[Zurück zum 1. Teil: Die Umformung von direkter in indirekte Rede (I)]

Passiv in der indirekten Rede

Alle Vergangenheitsformen des Indikativs Passiv (Perfekt, Präteritum, Plusquamperfekt) werden in Konjunktiv I Passiv Vergangenheit umgewandelt.

Beispiel: Perfekt
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau ist gestern operiert worden.“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau sei gestern operiert worden.

Beispiel: Präteritum
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau wurde gestern operiert.“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau sei gestern operiert worden.

Beispiel: Plusquamperfekt
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau war letztes Jahr schon einmal operiert worden.“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau sei letztes Jahr schon einmal worden.


Präsens, Futur I und Futur II Indikativ Passiv werden in die entsprechenden Konjunktiv-I-Formen des Passivs umgewandelt.

Beispiel: Präsens
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau wird heute operiert.“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau werde heute operiert.

Beispiel: Futur I
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau wird übernächste Woche operiert werden.“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau werde übernächste Woche operiert werden.

Beispiel: Futur II
direkte Rede: Thomas: „Meine Frau wird operiert worden sein“
indirekte Rede: Thomas sagt, seine Frau werde operiert worden sein.

Das Verb möchten in der indirekten Rede

Aus dem Modalverb möchten wird in der indirekten Rede wollen.

Beispiel: möchten – wollen
direkte Rede: Thomas: „Ich möchte nur zwei Jahre hier bleiben“
indirekte Rede: Thomas sagt, er wolle nur zwei Jahre hier bleiben.

Konjunktiv II in der indirekten Rede

Wenn in der direkten Rede bereits ein irrealer Konjunktiv II steht, wird dieser nicht umgewandelt.

Beispiel:
direkte Rede: Thomas: „Ich würde gern ins Ausland gehen.“
indirekte Rede: Thomas sagt, er würde gern ins Ausland gehen.

Das gilt für alle Zeitformen des Konjunktivs II.

Beispiel: Konjunktiv II Vergangenheit
direkte Rede: Thomas: „Ich wäre gern ins Ausland gegangen.“
indirekte Rede: Thomas sagt, er wäre gern ins Ausland gegangen.

Zeitangaben in der indirekten Rede

Zeit- und Ortsangaben müssen bei Bedarf umgewandelt werden. Bei Zeitangaben kann dann zusätzlich ein Wechsel des Tempus nötig sein. Keine Umwandlung der Zeitangabe ist nötig, wenn die Aussage am selben Tag wiedergegeben wird. Wenn die Aussage aber zu einer späteren Zeit wiedergegeben wird, muss man die Zeitangabe und das Tempus ändern.

Beispiel: Zeit (Wiedergabe am selben Tag)
direkte Rede: Thomas: „Ich bin heute in Stuttgart.“
indirekte Rede: Thomas sagt, er sei heute in Stuttgart.“.
(= keine Umwandlung)

Beispiel: Zeit (Wiedergabe am nächsten Tag)
direkte Rede: Thomas: „Ich bin heute in Stuttgart.“
indirekte Rede: Thomas sagte, er sei gestern in Stuttgart gewesen.“
(=Umwandlung)

Nebensätze in der indirekten Rede

Wenn ein Satz in der direkten Rede mit einem bei Nebensatz beginnt, entfällt die Einleitung der indirekten Rede mit dass.

Beispiel:
Ein Sprachwissenschaftler erklärt: „Wenn Kinder von Geburt an mehrere Sprachen hören, fällt ihnen das Sprachenlernen besonders leicht.“ (Indirekte Rede)
Ein Sprachwissenschaftler erklärt, wenn Kinder von Geburt an mehrere Sprachen hören würden, falle ihnen das Sprachenlernen besonders leicht.
(nicht: „dass wenn“)

Eine etwas verkürzte Übersicht zur Umformung von direkter in indirekte Rede habe ich hier zusammengestellt:

Übersicht – Umformung direkte Rede in indirekte Rede

Zurück zum Kapitel: Der Konjunktiv
Zum Inhaltsverzeichnis – Deutsche Grammatik 2.0