Modalverb mit zwei Infinitiven

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Wenn ein Modalverb und ein modalverbähnliches Verb (s. Verben mit Infinitiv ohne zu) zusammengebraucht werden, steht das Modalverb in Position 2 und wird konjugiert.

Das modalverbähnliche Verb steht am Satzende (am Ende der Satzklammer) und das Vollverb vor diesem. Beide Verben am Satzende stehen im Infinitiv.

Beispiel 1: Präsens Modalverb + Vollverb + modalverbähnliches Verb
Ich muss heute Abend noch einkaufen gehen.
Modalverb: muss (müssen)
Vollverb: einkaufen
modalverbähnliches Verb: gehen

Beispiel 2: Präsens Modalverb + Vollverb + modalverbähnliches Verb
Der Autofahrer kann den Radfahrer nicht kommen sehen.
Modalverb: kann (können)
Vollverb: kommen
modalverbähnliches Verb: sehen

Konjugation Modalverb mit zwei Infinitiven

Bei der Bildung der Zeitformen des Modalverbs, die mit einem Hilfsverb gebildet werden, steht das Modalverb am Ende des Satzes bzw. der Satzklammer.

Beispiel 1: Zeitformen – (Modalverb) + Vollverb + modalverbähnliches Verb + (Modalverb)
Präsens: Ich muss heute Abend noch einkaufen gehen.
Perfekt: Ich habe gestern Abend noch einkaufen gehen müssen.
Futur I: Ich werde morgen Abend noch einkaufen gehen müssen.

Beispiel 2: Zeitformen – (Modalverb) + Vollverb + modalverbähnliches Verb + (Modalverb)
Präsens: Der Autofahrer kann den Radfahrer nicht kommen sehen.
Perfekt: Der Autofahrer hat den Radfahrer nicht kommen sehen können.
Futur I: Der Autofahrer wird den Radfahrer nicht kommen sehen können.

Beachte aber, dass Futurformen in der Alltagssprache meist sowieso durch das Präsens ersetzt werden.

Auch das Perfekt wird hier regional gerne durch das Präteritum ersetzt.

Beispiel: Präteritum – Modalverb + Vollverb + modalverbähnliches Verb
Ich musste gestern Abend noch einkaufen gehen.
Der Autofahrer konnte den Radfahrer nicht kommen sehen.

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