Adjektiv, Adverb, Attribut – Was ist der Unterschied?

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Adjektiv, Adverb und Attribut führt teilweise auch bei deutschen Muttersprachler(inne)n zu Verwirrung. Wie ihr gleich sehen werdet, gibt es dafür gute Gründe.

Was ist ein Adjektiv?

Als Adjektive bezeichnet man Wörter wie groß, klein, schön, hässlich, breit, eng, dick, dünn, schnell langsam, usw., also Wörter, die Personen oder Sachen eine bestimmte Eigenschaft zuweisen. Auf Deutsch heißen die Adjektive deshalb auch Eigenschaftswörter.

Beispiel: Adjektiv dick
der dicke Mann / Der Mann ist dick.
=> Der Mann hat die Eigenschaft, dass er dick ist.
das dicke Buch / Das Buch ist dick.
=> Das Buch hat die Eigenschaft, dass es dick ist.

Der Gebrauch des Adjektivs

Wenn ihr meine beiden Beispiele genauer anschaut, dann seht ihr vielleicht schon einen Unterschied beim Gebrauch des Adjektivs dick. Wenn nicht, dann sage ich ihn euch ;):

Einmal steht das Adjektiv bei bzw. vor einem Substantiv (=Mann, Buch) und hat eine Endung (hier: -e) .

Beispiel 1: Gebrauch des Adjektivs (I)
der dicke Mann
das dicke Buch

Einmal steht das Adjektiv  bei bzw. hinter einem Verb (=sein) und hat keine Endung.

Beispiel 2: Gebrauch des Adjektivs (II)
Der Mann ist dick.
Das Buch ist dick.

Hier kommen wir zum ersten Problem beim Verstehen unserer Ausgangsfrage. Denn Adjektive kann man adjektivisch (als Adjektiv) und adverbial (als Adverb) benutzen. Das ist genau, was ich oben gemacht habe:

In Beispiel 1 habe ich das Adjektiv als Adjektiv (adjektivisch) gebraucht – genauer gesagt als Adjektivattribut, aber dazu kommen wir erst weiter unten. ;)

In Beispiel 2 habe ich das Adjektiv als Adverb verwendet (adverbial).

Zusammenfassung: Gebrauch des Adjektivs
adjektivisch (als Adjektiv): mit Endung, „gehört“ zum Nomen
der dicke Mann
das dicke Buch
adverbial (als Adverb): ohne Endung, „gehört“ zum Verb
Der Mann ist dick.
Das Buch ist dick.

Wenn ihr so wollt, dann sind Adjektive sowohl Adjektive als auch Adverbien – zumindest im Gebrauch.

Schaut euch noch diese Beispielaufgabe an und sagt mir, welche Adjektive hier wie gebraucht werden:

Beispielaufgabe: Wie werden die Adjektive gebraucht?
Der dicke Mann läuft schnell nach Hause zu seiner dicken Frau.

(O.k. Das Beispiel ist nicht genial. Vielleicht fällt mir gelegentlich mal noch was Besseres ein.) Aber habt ihr die Aufgabe gelöst? Richtig:

Beispielaufgabe: Lösung
Der dicke Mann läuft schnell zu seiner dicken Frau.
dicke = adjektivisch
schnell = adverbial
dicken = adjektivisch

Was ist ein Adverb?

Wie ihr gerade gesehen habt, sind Adjektive auch Adverbien – zumindest kann man sie als solche benutzen. Aber was ist dann ein Adverb?

Adverbien genau zu definieren, ist eine Aufgabe, die wirklich nicht leicht ist. Sogar unter Sprachwissenschaftlern gibt es dazu ganz verschiedene Meinungen. Und ihr könnt euch gern mal auf ein paar anderen Seiten im Netz die Erklärungsversuche anschauen. Dann versteht ihr vielleicht besser, was ich meine. ;)

Als Adverbien bezeichnet man typischerweise Wörter die eine temporale, lokale oder modale Angabe machen.

Die wichtigsten Adverbien lassen sich nämlich relativ einfach bestimmten Bedeutungsgruppen zuordnen, z. B. den sogenannten temporalen Adverbien oder den lokalen Adverbien. Ich hoffe ihr erinnert euch, dass temporal „Zeit“ und lokal „Ort“ bedeutet.

Das heißt temporale Adverbien sind Wörter, die eine Zeitangabe machen, z. B. heute, morgen, gestern, jetzt, manchmal, oft, usw.

Lokale Adverbien sind demnach Wörter, die eine Ortsangabe machen, z. B. oben, unten, vorne, hinten, usw.

Der Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien

Der wichtigste Unterschied zu den Adjektiven besteht darin, dass Adverbien in ihrer Form immer unveränderlich sind, d. h. ihr könnt keine Endung hinzufügen. Deshalb könnt ihr Adverbien auch nicht als Adjektiv(attribut)e verwenden, sondern nur als Adverbien (adverbial).

Merke:

  1. Adjektive können als Adjektiv (adjektivisch) oder als Adverb (adverbial) verwendet werden. Sie bekommen bei adjektivischem Gebrauch eine Endung.
  2. Adverbien können nur als Adverben (adverbial)  verwendet werden. Sie sind in ihrer Form unveränderlich.

Was ist ein Attribut?

Ein Attribut ist eine Ergänzung zu einem Substantiv (Nomen). Es gibt viele verschiedene Arten von Attributen. Zu Attributen siehe ausführlich hier: Attribute Einführung

Sowohl Adjektive als auch Adverbien können als Attribut gebraucht werden. Man spricht dann von einem adjektivischen (=Adjektivattribut) bzw. adverbialen Attribut.

Beispiel: adjektivisches Attribut
Ich habe das dicke Buch in einer Woche gelesen.

Beispiel: adverbiales Attribut
Der Film gestern hat mir nicht besonders gefallen.
Das Auto da drüben gehört meinem Vater.

Wie konjugiert man downloaden, uploaden, und Co.?

Heißt es ich downloade oder ich loade down? Ich habe gedownloadet oder ich habe downgeloadet? Wenn man auf diese Frage(n) eine Antwort sucht, stößt man bei Google auf zahlreiche Seiten und Forenbeiträge, die sich mit dieser Frage beschäftigen, denn bei der Konjugation von downloaden herrscht offensichtlich Unsicherheit auch bei deutschen Muttersprachlern.

Für diese Unsicherheit gibt es gute Gründe, wie wir gleich sehen werden.

downloaden vs herunterladen

Downloaden ist kein normales deutsches Verb, sondern ein aus dem Englischen entliehenes Wort, ein sogenannter Anglizismus. Damit das englische Verb to download in der deutschen Sprache benutzt werden kann, hat es zuerst einmal die deutsche Verbendung -en bekommen. Soweit ist noch alles gut.

Wenn man das Verb downloaden noch genauer anschaut, dann gleicht seine Struktur auch der deutschen Übersetzung von downloaden herunterladen, denn beide Verben bestehen aus drei Teilen, nämlich einem Präfix (deutsch: Vorsilbe), einem Wortstamm und einer Endung.

Vergleiche:
Präfix – Stamm – Endung
herunter- lad – en
down – load – en

herunterladen

Bei der Bildung der Formen für das deutsche Verb herunterladen haben wahrscheinlich die wenigsten ein Problem.

Beispiel: herunterladen
1.Person Präsens: ich lade herunter
1.Person Perfekt: ich habe heruntergeladen

Bei der Präsensform wird das Präfix vom Wortstamm getrennt (lade herunter) und bei der Perfektform wird beim Parizip Perfekt (heruntergeladen) zwischen das Präfix (herunter-) und den Wortstamm + Endung (laden) ein weiteres Präfix (ge-) eingeschoben. Das liegt daran, dass es sich bei dem Verb herunterladen um ein sogenanntes trennbares Verb handelt.

downloaden

Da sich die beiden Verben strukturell so ähnlich sind, würde man gerne die Formen von downloaden analog bilden, aber leider hat der Duden, das wichtigste Nachschlagewerk zur deutschen Sprache etwas dagegen. Der Duden sagt nämlich, dass die entsprechenden Formen für downloaden folgendermaßen gebildet werden:

Beispiel: downloaden
1.Person Präsens: ich downloade
1.Person Perfekt: ich habe downgeloadet

Die (Partizip) Perfektform wird also analog zu herunterladen gebildet, bei der Präsensform wird aber das Präfix n i c h t vom Verbstamm getrennt.

Die Grammatikregel

Die Grammatikregel, die dahintersteckt, könnte man ungefähr so formulieren: Englische Präfixe, die in der deutschen Übersetzung trennbar wären, werden bei der Bildung des Präsens wie nicht trennbare Verben, bei der Bildung des (Partizips) Perfekt wie trennbare Verben behandelt. Das gilt übrigens auch für den Infinitiv(anschluss) mit zu, bei dem ebenfalls häufig Unsicherheit herrscht.

Beispiel: Infinitiv + zu + downloaden
Ich habe versucht die Datei downzuloaden.

Zusammenfassung

Die Formen noch mal zusammengefasst:

Beispiel: downloaden
Präsens: ich downloade, du downloadest, ..
Perfekt: ich habe downgeloadet, du hast downgeloadet, ..
Infinitiv mit zu: downzuloaden

Oder als Grammatikregel:

Präsens: wie nicht trennbare Verben
Perfekt: wie trennbare Verben
Infinitiv + zu: wie trennbare Verben

Beispielsätze:
Präsens: Ich downloade die neue Version des Antivirenprogramms.
Perfekt: Ich habe die neue Version des Antivirenprogramms downgeloadet.
Infinitiv mit zu: Ich habe versucht, die neue Version des Antivirenprogramms downzuloaden.

Weitere Verben

Wie oben schon gesagt, gilt diese Regel auch für andere aus dem Englischen entliehene Verben mit einem Präfix, das in der deutschen Übersetzung trennbar wäre.

Beispiel: updaten
Präfix: up
deutsche Übersetzung: auf (=im Deutschen trennbar, vgl. aufmachen, aufwachen, aufstehen, etc)

Beispielsätze:
Präsens: Ich update das Antivirenprogramms.
Perfekt: Ich habe das Antivirenprogramm upgedatet.
Infinitiv mit zu: Ich habe versucht, das Antivirenprogramm upzudaten.

Und ebenso: upgraden, uploaden, ..

Ausnahme outsourcen

Und die berühmte Ausnahme von der Regel: outsourcen. Outsourcen wird in allen Formen wie ein trennbares Verb konjugiert. Fragt mich aber jetzt bitte nicht warum. ;) ..

Beispielsätze:
Präsens: Die Firma sourct einige Abteilungen out.
Perfekt: Die Firma hat einige Abteilungen outgesourct.
Infinitiv mit zu: Die Firma plant, einige Abteilungen outzusourcen.

Siehe dazu auch: Das Partizip II von Anglizismen mit Präfix – Deutsche Grammatik 2.0

Die Funktion und Bedeutung von „zu“

Überblick über die verschiedenen Funktionen und Bedeutungen von zu.

Präposition

Zu ist eine Präposition mit Dativ, die lokale, temporale, kausale oder modale Bedeutung haben kann.

Beispiele:
lokal: Ich gehe zum Supermarkt.
temporal: (Bis) Zum 31. Januar muss meine Wohnung geräumt sein.
kausal (final): Peter besucht einen Kurs zur Vorbereitung auf die Prüfung.
kausal (konsekutiv): Er sieht seinem Bruder zum Verwechseln ähnlich.
modal: Wir fahren zu dritt nach Berlin.

Näheres zur Präposition zu siehe: Die Bedeutung der Präpositionen: zu
Siehe auch: Präpositionen mit Dativ

Adverb

Zu ist ein Adverb mit zwei Bedeutungen.

Beispiel: Bedeutung 1 – „geschlossen“
Am Sonntag sind die Geschäfte zu.
=Am Sonntag sind die Geschäfte geschlossen.

Beispiel: Bedeutung 2 – „mehr als (gewollt/notwendig/..)“
Der Pullover ist mir zu groß.
= Der Pullover ist größer als ich ihn brauche.

Präfix von trennbaren Verben

Zu kann auch das abgetrennte Präfix eines trennbaren Verbs sein.

Beispiel: trennbares Präfix
zumachen: Mach bitte die Tür zu.
zuschauen. Die Kinder schauen der Mutter beim Backen zu.

Infinitivsätze mit zu

Infinitivsätze mit zu stehen anstelle einer Nominativ-, Akkusativ- oder Präpositionalergänzung, wenn diese Ergänzung keine Person oder Sache, sondern eine Aktion (ein Ereignis) beschreibt.

Beispiel: Infinitivsatz als Nominativergänzung
Den ganzen Tag nur am Computer zu sitzen, wäre nichts für mich.

Alles Weitere dazu siehe: Infinitivsätze mit zu als Ergänzungssätze.

Finalsatz mit um zu

Bei einem Finalsatz mit um zu werden zwei Sätze verbunden, bei denen der Nebensatz den gewünschten „Zweck“ einer „Aktion“ beschreibt.

Beispiel: um zu
Ich spare das ganze Jahr, um mir einen schönen Urlaub leisten zu können.
„Aktion“ – „Zweck“
„sparen“ – „schönen Urlaub leisten können“

Alles Weitere dazu siehe: Finale Satzverbindung: damit, um zu, zu

Modale Satzverbindung anstatt zu

Bei einer Nebensatzverbindung mit anstatt zu werden zwei Sätze verbunden, bei denen der Hauptsatz eine Handlung beschreibt, die anstelle bzw. als Ersatz der im Nebensatz beschriebenen (nicht realisierten) Handlung erfolgt.

Beispiel: anstatt zu
Anstatt sich um seine Frau und seine Kinder zu kümmern, geht er lieber mit seinen Freunden aus.
„(nicht realisierte) Handlung“ – „Ersatzhandlung
„um Frau und Kinder kümmern“ – „mit Freunden ausgehen“

Alles Weitere dazu siehe: Modale Satzverbindung (I): (an)statt dass/zu, als dass, stattdessen, (an)statt

Modale Satzverbindung ohne zu

Bei der Nebensatzverbindung mit ohne zu werden zwei Sätze verbunden, bei denen der Nebensatz das Fehlen einer eigentlich erwarteten Handlung beschreibt.

Beispiel: ohne zu
Er ist weggegangen, ohne zu kündigen.
„Handlung“ – „erwartete Handlung“
„weggehen“ – „kündigen“

Alles Weitere dazu siehe: Modale Satzverbindung (II): ohne dass, ohne zu, ohne

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