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Die häufigsten deutschen Verben (II)

Vor Kurzem habe ich hier in einem Blog-Beitrag geschrieben, welches die 30 häufigsten deutschen Verben sind. Wie ich zu der Liste gekommen bin, das habe ich dort auch erklärt.

Heute gibt es nun die Liste mit dem zweiten Teil der wichtigsten deutschen Verben. Bei diesen Verben merkt man schon deutlicher, dass die Wörter aus geschriebenen Texten stammen, denn Verben wie betonen oder berichten gehören in gesprochener Sprache sehr wahrscheinlich nicht zu den meist benutzten Verben. Dagegen dürfte möchten als Modalverb sicher eine steile Karriere hinlegen, wenn man mündliche Texte untersuchen würde.

Trotzdem habt ihr damit aber immer noch eine Liste mit Verben, die zumindest in geschriebenen Texten sehr wichtig sind. Da ich unter den Top 1000 Wörtern der deutschen Sprache insgesamt 78 Verben gefunden habe, umfasst die Liste die Plätze 31 bis 78.

Die häufigsten deutschen Verben (II): Platz 31 bis 78

31. scheinen
32. stellen
33. erwarten
34. führen
35. bekommen

36. meinen
37. erreichen
38. spielen
39. bestehen
40. bieten

41. gehören
42. setzen
43. möchten
44. leben
45. versuchen

46. arbeiten
47. berichten
48. beginnen
49. verlieren
50. sprechen

51. teilen
52. schaffen
53. handeln
54. entwickeln
55. erzählen

56. fordern
57. mögen
58. brauchen
59. planen
60. bedeuten

61. ziehen
62. rechnen
63. fallen
64. verlassen
65. ändern

66. laufen
67. wählen
68. gewinnen
69. betonen
70. suchen

71. entscheiden
72. tragen
73. übernehmen
74. verhindern
75. verkaufen

76. verwenden
77. helfen
78. bezeichnen

Systematische Liste

Im Gegensatz zu den Top 30 sind im zweiten Teil der Liste die regelmäßigen Verben (30) in der Überzahl, was ja aber auch zu erwarten war, da es insgesamt nicht so viele unregelmäßige Verben gibt und viele unregelmäßige Verben auch eher selten benutzt werden. Das gilt natürlich nicht für die 17 unregelmäßigen Verben, die es hier in diese Liste geschafft haben:

Modalverben: möchten

regelmäßige Verben: stellen, erwarten, führen, meinen, erreichen, spielen, gehören, setzen, leben, versuchen, arbeiten, berichten, teilen, schaffen, handeln, entwickeln, erzählen, fordern, brauchen, planen, bedeuten, rechnen, ändern, wählen, betonen, suchen, verhindern, verkaufen, verwenden, bezeichnen

unregelmäßige Verben: scheinen, bekommen, bestehen, bieten, beginnen, verlieren, sprechen, mögen, ziehen, fallen, verlassen, laufen, gewinnen, entscheiden, tragen, übernehmen, helfen

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Mehr Grammatiklisten: Listen zur deutschen Grammatik

Leserfrage: Adjektivendung bei zwei oder mehr Adjektivattributen

Leserfrage:

„Ich habe gelesen, dass bei mehreren Adjektivattributen vor dem Substantiv die einst gebrauchte Deklination nicht mehr gilt. Beispiel: bei warmem schönen Wetter (veraltet). Statt dessen gilt jetzt: bei warmem schönem Wetter. Was ist denn richtig?

Antwort:
Standardsprachlich ist in diesem Fall meines Wissens schon immer die doppelte Dativmarkierung, also “bei schönem warmem Wetter”. Aber die Variante “bei schönem warmen Wetter” kommt so häufig vor, dass sie auch akzeptiert wird.

Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass das “n” und das “m” phonetisch so eng verwandt sind und deshalb hier auch bei vielen Muttersprachlern die Unsicherheit so groß ist, dass sich eben zwei Varianten entwickeln.

Aber Achtung: Bei einem femininen Substantiv wäre das nicht möglich, hier geht nur die standardsprachliche Variante: “bei schöner warmer Witterung”. Aber hier würde wahrscheinlich auch niemand – zumindest kein Muttersprachler ;) – auf die Idee kommen dem zweiten Adjektiv eine andere Endung zu geben.

Vergleiche: Attribute – Einführung — Deutsche Grammatik 2.0.

Welche Fragen meiner Leser ich sonst noch beantwortet habe, könnt ihr hier erfahren:

Leserfragen – Deutsche Grammatik 2.0

Leserfrage: Zeitformen der subjektiven Modalverben

Folgende Leserfrage hat mich vor kurzem via Facebook erreicht.

Leserfrage:

„hello! i have a problem with the perfect tense with modal verbs. Can you please explain why this is used with two ways. As an example : (1) „Er hat mir einen Brief schreiben können.“ / (2) „Er kann mir einen Brief geschrieben haben.“ What is the difference between these two sentences?

Antwort:
Eigentlich erstaunlich, dass man sich mit solch komplizierten Fragen der deutschen Grammatik beschäftigt, aber dann die Frage nicht auf Deutsch stellen kann ;-) – trotzdem aber eine interessante Frage.

Denn im Deutschunterricht wird zwar häufig über die Bedeutung der subjektiven Modalverben gesprochen, dass diese aber Tempusformen haben, die sich in der Vergangenheitsform von den objektiven Modalverben unterscheiden, wird eher selten problematisiert.

Denn genau dieses Problem hat meine Leserin: In ihrem ersten Satz steht die Perfektform des objektiven Modalverbs, während im zweiten Satz die Vergangenheitsform des subjektiven Modalverbs steht.

Aber zum Glück gibt’s ja die Deutsche Grammatik 2.0. ;-) Wie die Tempusformen der objektiven und subjektiven Modalverben im Vergleich aussehen, könnt hier nachschauen:

Subjektive Modalverben – Zeitformen

Welche Fragen meiner Leser ich schon beantwortet habe, könnt ihr hier erfahren:

Leserfragen – Deutsche Grammatik 2.0